Oshraxys

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Oshraxys war ein uralter dämonischer Feuertitan, geboren aus der wilden, reinen Wut der Urzeit. Sein Körper bestand aus brodelnder Hitze, sein Innerstes war ein Wirbel aus flammender Wut und ungezähmter Energie, die tief im glühenden Herzen der Welt schlummerte. Diese rohe, elementare Kraft blieb über Äonen hinweg unberührt, bis Ahamani sie entdeckte.

I. Die Schöpfung der Rashar

Ahamani wurde als Tochter des Gottes Alatar und einer Menschenfrau namens Paia geboren. Aufgrund ihrer gemischten Herkunft und den Umständen ihrer Geburt lebte sie lange Zeit verborgen vor der restlichen Welt in unterirdischen Gefilden. Aufwachsend im Schatten des großen Alatar und diesem hörig, entwickelte die Chimärentochter ihre ganz eigenen Ziele.

Während Alatar seine Macht durch Hass und Zorn in die Welt trug und seine Anhänger das Lied der Schöpfung nach seinem Willen verdrehten, suchte Ahamani nach einem neuen Pfad. Sie wollte ein Volk erschaffen, das nicht durch Hass, sondern durch unnachgiebige Kraft ihr Vermächtnis in die Welt brennen würde. Doch die Schöpfung von Leben war ihr, wie einst ihrem Vater, verwehrt.

In jener Zeit, als Ahamani durch die vulkanischen Tiefen wandelte, traf sie auf Oshraxys. Sie erkannte in ihm jedoch nicht nur eine rohe, bedrohliche Urkraft, sondern auch das fehlende Element für ihre eigene Schöpfung. Ihr Vorhaben, ein eigenes Volk zu erschaffen, das nach ihrem Willen gestaltet sein sollte, rückte mit einer Macht, wie Oshraxys sie innehatte, in greifbare Nähe.

Es gelang Ahamani, diesen mächtigen Titanen zu überwältigen, ihn zu binden und seine Essenz für ihre Zwecke anzuzapfen. Was Oshraxys ausmachte, war totes, geschmolzenes Gestein zu beseelen, es zu lenken und zu etwas Lebendigem zu machen. Diese elementaren Kräfte waren es, die Ahamani nun nutzte, um mit ihrem göttlichen Funken ihr neues Volk, die Rashar, zu schöpfen. Dabei blieb ihnen die inbrünstige Wildheit und Stärke des Oshraxys erhalten. Ebenso wie andere Eigenschaften von mütterlicher Seite in sie einflossen. Doch vor allem prägte die Art und Weise, wie Ahamani ihre Kinder formte, das Wesen der Rashar: Sie verlieh ihnen Disziplin, Neugier, Stolz und Sinn für Gemeinschaft, ebenso wie Demut vor ihrer Schöpfung.

Diese neue Schöpfung, die Kinder Ahamanis (und in gewisser Weise des Oshraxys), gedieh und entwickelte sich zu einer eigenen Gesellschaft, die den RaKun bevölkerte. Sie brachten ein Kastensystem hervor, folgten einem strengen Kodex für Leben und Kampf und widmeten ihr Dasein gänzlich der Glutmutter Ahamani. Ihre Wut wurde zu ihrer Stärke, ihre Disziplin zu ihrem Schild.

Während all dieser Zeit jedoch dämmerte im tiefsten Untergrund des RaKun, in seinem Gefängnis, Oshraxys.

II. Ahamanis Niederlage – Die entfesselte Wut Oshraxys’

Die Rashar wuchsen und entwickelten sich weiter. Ahamanis Kontrolle über ihr Volk war unerschütterlich, bis der vergessene Gott Getares erschien. In einer Schlacht von unermesslichem Ausmaß standen sich die beiden göttlichen Mächte gegenüber. Getares, der einst aus der Erinnerung der Welt verbannt worden war, suchte Rache für die Schmach, die ihm Alatar einst antat und wollte seinen Wiederaufstieg durch den Fall von dessen Tochter fördern. Ihre Kräfte prallten aufeinander und trotz der ungezähmten Hitze ihres Wesens und all ihrer Verbündeten unterlag Ahamani . Mit einem gewaltigen Hieb trieb Getares die Spitze von Alatars einstigen Speer durch ihre göttliche Essenz.

Ahamanis Leib zerfiel zu Asche und alles, was von ihr zurückblieb, war ein leuchtendes Ei, das den letzten göttlichen Funken enthielt. Schlagartig schwand die Verbindung ihrer Schöpfung, ihres gesamten Reichs zur Glutmutter. Der Vulkan kühlte ab. Die Rashar waren wie verwaist ohne ihren Einfluss und ihre Führung. Tage und Wochen vergingen, in denen sie allein gelassen waren mit ihrer eigenen Natur. Und in derselben Zeit bröckelten auch die Ketten, die Oshraxys gebannt hielten. Mit jedem Tag gewann er mehr Kontrolle zurück. Zuerst über sich selbst, dann über seine Umgebung. Sein Wunsch, seine ursprüngliche Macht zurück zu erhalten, steigerte sich in gleichem Maße wie sein feuriger Zorn, und bald schon griffen Zorn und Wut um sich.

Die Rashar, nicht mehr gemäßigt durch die Führung ihrer Mutter, entbrannten in ihrem väterlichen Erbe, während er sie zu selbstzerstörerischen Taten anstachelte, um die Ordnung und Gemeinschaft Ahamanis zum Einsturz zu bringen. Denn auf diese Weise wollte er das Volk der Rashar, für dessen Schöpfung ihm seine Macht geraubt worden war, verschlingen. In der Tiefe der Heimat brach nun das wahre Inferno aus. Oshraxys begann, die elementaren Feuerkräfte des Vulkans gegen seine Bewohner zu richten. Zwietracht, Misstrauen und Streit beherrschten das Volk der Rashar, forderten viele Opfer und drangen bis hinauf an die Oberfläche, wo sie auch den Stamm am RaKun erreichten. Mord und Totschlag lösten die einstige Einigkeit ab. Verzweiflung und Ratlosigkeit hemmte den sonst zielstrebigen Schritt.

III. Der Widerstand der Rashar und Ahamanis Rückkehr

In dieser Zeit des Niedergangs leisteten jedoch einige Widerstand. Zu tief war die Liebe zu ihrer Mutter in ihnen verwurzelt, um sie aufzugeben. Unter ihnen waren die Erzgeweihten der Male der Gemeinschaft, MuRashRaNa und des Wissens, VarrSharrAr. Aus dem Chaos der Heimat sandten sie eine Prophezeiung aus den ersten Tagen ihres Volkes an die Oberfläche und ihre Schemen selbst kommunizierten mit dem Stamm, der am Tempelschlot die Essenz Ahamanis hütete. Der Funke der Hoffnung keimte neuerlich in ihnen und so suchten sie nach Möglichkeiten, den bedrohlichen Vater zu schwächen und ihre Mutter zu stärken. Dazu griffen sie die Bande zu den wohl gesinnten Völkern auf, die einst auch Ahamanis Auftrag gewesen waren.

Nach der Anleitung einer RakShaNa erschufen die Letharen Frostschalen aus ihrem Kristall, während die Arkorither jene mit mächtigen Frostzaubern in einem Ritual aufluden.

Am Tage der finalen Konfrontation übergaben die Rashar Oshraxys diese Schalen als Opfergaben und gaben vor, sich ihm unterwerfen zu wollen. Im richtigen Moment, als der Feuertitan eine der Frostschalen erhob, zerstörten die Rashar diese, um ihre Magie zu entfesseln und ihn zu verlangsamen und einzufrieren. Eine junge RaSho warf ihr BrakShak wagemutig, wie auch verzweifelt in Richtung der ersten Schale, während die zweite Schale von einem erfahrenen ShoRaKa zerschmettert wurde. Als noch das vibrierende Echo des Kriegsrufs der Rashar mit einem lauten:”RUK! REN! RA!” nachklang und in den tiefen Kavernen nachhallte, taumelte der feurige Titan. In der Zwischenzeit hatten sich alle weiblichen Rashar um das Ei positioniert. Sie waren bereit ihre eigene Essenz zu opfern, indem sie sich in die zischende Lava begaben, um die Glutmutter zu erwecken. Doch Sie verbrannten nicht darin.

Ahamani war mit ihnen und Sie erkannte, dass nun die Zeit gekommen war, die Prophezeiung zu erfüllen. In der Gestalt eines Phönix brach sie aus ihrem Ei hervor. Die Wiedergeborene zögerte keinen Augenblick: Mit aller Kraft durchbrach sie Oshraxys’ erstarrte Hülle, riss ihm das Herz aus dem Leib, verschlang es und vereinte in einem göttlichen Akt seine Essenz mit der ihren. Das Wesen, das sie einst gebändigt hatte, wurde vollständig Teil ihrer Selbst.

Die Vereinigung war vollzogen: Ahamani hatte die Essenz der Wut von Oshraxys in sich aufgenommen und so ihre Schöpfung und sich selbst verändert. Die Rashar an der Oberfläche und im Untergrund hatten gemeinsam mit der Glutmutter gesiegt. Die Essenz der Wut sollte nun fester Bestandteil des Rashar Volkes sein. Der Funke wurde zum tosenden Feuersturm.